Konzert MoZuluArt

-Zulu Music meets Mozart-

Konzert am Freitag, 08.11.2019 um 20 Uhr
Burkardushaus Würzburg, Am Bruderhof 1

MuZuluArt – Zulu Music trifft Mozart

Im international erfolgreichen Crossover-Projekt „MoZuluArt“ trifft Mozart auf afrikanische Musiktradition. Der harmonische Gesang von Vusa, Ramadu und Blessings, unterstützt von Roland Guggenbichler am Piano schafft einen unverwechselbaren Klang. MoZuluArt passt in keine Schublade, verführt zum Mitsingen und Mittanzen, führt an den Quell der Lebensfreude.

Wer wissen will, wie es klingt, wenn die Serenade in G-Dur von Mozart ihr gemütliches Umfeld am kaiserlichen Hof verlässt und sich vom pulsierenden Rhythmus der Ndebele und Zulu infizieren lässt, sollte sich den Auftritt des Wiener Quartetts nicht entgehen lassen.

Einlass/Abendkasse ab 19.30 Uhr
Kartenvorverkauf bei Würzburger Partnerkaffee und Weltladen Würzburg, Ticket 15 €

Präsentiert vom Würzburger Partnerkaffee e.V.

Offizielle Webseite:
http://www.mozuluart.at/

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Transformation statt Entwicklung

Mit so regem Interesse hatten die Veranstalter nicht gerechnet. Der große Saal des Burkardushauses war beim Vortrag von Dr. Georg Stoll am 04.04.2019 bis auf den letzten Platz besetzt. Das Thema „Entwicklung neu denken – Abschied von alten Denkmustern“ traf offensichtlich einen Nerv.

Dr. Georg Stoll von Misereor

Geladen hatten das Eine Welt Forum Würzburg, die Diözesanstelle MEF, Weltladen Würzburg und der Würzburger Partnerkaffee e.V.

Referent Dr. Georg Stoll von Misereor begann seinen Vortrag mit einer Zeitreise durch den Entwicklungsbegriff. Daran wurde deutlich, dass das Verständnis davon, was „Entwicklung“ bedeutet, sich von den 50ger Jahren bis heute stark verändert hat. Von „Gebt Ihr ihnen zu essen“ über die (nicht unbedingt uneigennützige) Konzentration auf wirtschaftliche Entwicklung des globalen Südens hin. Wenn China zum Beispiel in Tansania Straßen baut, so profitiert es durchaus selbst vom schnelleren Abtransport von Rohstoffen.
Einen neuen Blick bieten die Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen.

Sustainable Development Goals der UN

Doch was hält der globale Süden selbst vom Begriff „Entwicklung“? Dieser werde von den sogenannten „Entwicklungsländern“ selbst nicht unbedingt positiv gesehen und wird häufig mit Fremdbestimmung und wirtschaftlicher Ausbeutung assoziiert. Er sei „verbrannt“, so Dr. Stoll.

In der heutigen globalisierten Welt müsse das Schlagwort „Transformation“ sein. Und zwar nicht nur Transformation des globalen Südens, sondern vor allem auch Transformation des globalen Nordens hin zu einer nachhaltigen Lebensweise. Denn wir leben in Sachen Ressourcen so weit über unsere Verhältnisse, dass allein die Vorstellung, was passieren würde, wenn alle Menschen auf der Welt plötzlich „dicke“ Autos fahren würden, den Wunsch ad absurdum führt, den aktuellen westlichen Lebensstandard auf den gesamten Erdball zu übertragen.
Durch unsere rücksichtslose Lebensweise haben wir den Ländern des globalen Südens die Möglichkeit genommen, denselben Wohlstand zu entfalten, so Stimmen aus Südamerika und Afrika. Denn dies geben die Ressourcen unseres Planeten nicht her. Wir leben momentan bereits so, als ob wir einen zweiten Planeten zur Verfügung hätten.

Dr. Georg Stoll mit Klaus Veeh vom Würzburger Partnerkaffee e.V.

Um allen Menschen überhaupt eine lebenswerte Zukunft ermöglichen, muss sich der globale Norden vom „immer mehr“-Denken verabschieden. Besonders ungerecht: Hauptleidtragende der Klimaveränderung sind ganz massiv nicht die, die sie zu verantworten haben, sondern gerade die Menschen des globalen Südens. (Vergl. unseren Blog-Beitrag Klimaveränderung in Tansania

„Ratlos“ ließen Dr. Stolls eindringliche Worte so manchen Zuhörer zurück, wie in der anschließenden Diskussion deutlich wurde. Der Abschied vom gewohnten Entwicklungsbegriff fällt spürbar schwer. In der Tat ist der Weg von „Entwicklung“ hin zu „Transformation“ ein Paradigmenwechsel, der Politik, Wirtschaft und Verbraucher*innen in unmittelbare Verantwortung nimmt und an der eigenen Haustüre beginnt. Wenn wir dem globalen Süden wirklich helfen wollen, reicht es nicht, Brunnen zu bohren und Schulen zu bauen… Dr. Stoll zufolge müssen wir uns selbst einschränken, einen nachhaltigen Lebensstil entwickeln und gleichzeitig Druck auf die Politik ausüben, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu verändern. Nicht erst in ferner Zukunft, sondern hier und jetzt.

Text & Fotos: Susann Scharrer