Was ist Fairer Handel?

„Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, können das Gesicht der Welt verändern.“
Aus Afrika

Produzentinnen und Produzenten im Mittelpunkt

Wenn Bäuerinnen und Bauern trotz harter körperlicher Arbeit ihre Familie nicht ernähren können, dann liegt das zum Teil an ungerechten Welthandelsstrukturen. Besonders Kleinbäuerinnen und Kleinbauern oder kleine Handwerkergruppen werden im weltweiten Handel massiv benachteiligt. Im Fairen Handel ist das anders, denn er stellt die Produzentinnen und Produzenten in den Mittelpunkt. Ihre Produkte werden zu fairen Bedingungen hergestellt und importiert und langfristige, partnerschaftliche Beziehungen zwischen Händlern und Erzeugern angestrebt. Ziel ist dabei eine nachhaltige Entwicklung. In der Produktion sollen internationale sowie vorgeschriebene Umwelt- und Sozialstandards eingehalten werden.

Fairer Handel unterliegt den gleichen Zöllen und Beschränkungen wie jeglicher andere Warenhandel. Er setzt auf die Bereitschaft der Kundinnen und Kunden, aus Solidarität höhere Preise zu akzeptieren, die sich daraus ergeben, dass die Produzentinnen und Produzenten deutlich besser bezahlt werden und so von ihrer Arbeit leben können.

Die Konsumenten entscheiden mit

Beim Fairen Handel geht es nicht nur um den Warenhandel, sondern es geht auch darum, auf politischer Ebene für mehr Gerechtigkeit einzutreten. Zwar ist der Faire Handel nicht die Lösung für alle Probleme dieser Welt, doch in vielen Bereichen hat er bereits Pionierarbeit geleistet und in der Bevölkerung ein Bewusstsein für kritischen Konsum geschaffen. Seit es vielen Menschen nicht mehr egal ist, wie ein Produkt entsteht, achten zunehmend auch mehr Firmen auf die Einhaltung von Sozialstandards. Je mehr Menschen den Fairen Handel mit dem Kauf fair gehandelter Produkte unterstützen, desto gerechter geht es im weltweiten Handel zu.

Kaffeebauer von Mahenge Amcos, Foto (c) Thomas Beutler

Ursprung des Fairen Handels

Die ersten Fair-Trade-Organisationen entstanden in den 1950er Jahren in Nordamerika. In Europa verbreitete sich der Fair Handels-Gedanke verstärkt in den 1960er Jahren.

Der Faire Handel zeichnet sich aus durch

  • Zahlung eines fairen Preises an die ProduzentInnen
  • langfristige Handelsbeziehungen
  • Direktimport
  • Vorfinanzierung des Ertrags auf Wunsch
  • umweltverträgliche Produktion
  • Beratung und Fortbildung

Der Faire Handel bietet den ProduzentInnen

  • eine menschenwürdige Existenz
  • mehr Geschlechtergerechtigkeit
  • Bildungschancen für Kinder
  • Unterstützung bei der Umsetzung von Sozialprojekten

Fairer Preis und Prämie

Der Faire Handel garantiert immer die Zahlung des Mindestlohns und für bestimmte Produkte einen Fairtrade-Mindestpreis, der gezahlt wird, egal, wie niedrig der Weltmarktpreis liegt.
Darüber hinaus wird für viele Produkte zusätzlich eine Fair-Trade-Prämie bezahlt (auch für unseren Kaffee). Die zu Genossenschaften und Kooperativen zusammengeschlossenen Bäuerinnen und Bauern entscheiden selbst, wofür die Fair-Trade-Prämie verwendet wird. Demokratisch stimmen die Kooperativen-Mitglieder auf der Generalversammlung über die Verwendung dieser Gelder ab, die ihrer gesamten Gemeinschaft zugute kommen, z.B. für Bau von Trinkwasserbrunnen und Wasserleitungen, Bau oder Renovierung von Straßen und Schulen, Medizinische Versorgung und Fortbildungen.

Deshalb ist der Faire Handel ein Zeichen gegen Armut und Ausbeutung, und ein Beitrag für Gerechtigkeit.